Lucien Clergue 1934 – 2014

Aux Arènes d'Arles

Aux Arènes d’Arles – Hommage à Lucien Clergue – ©HeikeRost.com

Erinnerungen an Arles: Lucien Clergues Serie »Tauromachie« im Kopf, seine wunderbaren Stierkampfbilder, die mich an Picassos Zeichnungen erinnerten, so anders waren als die Skizzen des Malers und doch im Gleichklang – voller Sinnlichkeit, Bewegung und Poesie. In der südfranzösischen Mittagshitze spielten damals in der Arena von Arles zwei Jungen. Stierkampf, Kinderträume, eine Choreographie aus Linien, tänzerischer Grazie, aus Schatten und Licht des Südens. Eine leere Arena – und doch die Anmutung von Applaus aus den leeren Zuschauerreihen.

Damals traf ich Lucien Clergue, der während der Rencontres im Musée Réattu seine Bilder zeigte. Ein warmherziger, humorvoller Gesprächspartner, mit Lachfältchen um die funkelnden Augen. Einer, der mir in seinen Bildern Inspiration und Lehrmeister war: Seine Liebe zum Licht, zu Linien und Formen erinnerte mich immer an die Ursprünge der Photographie, an »photos« und »sgraphein«. Ein Lichtmaler war Lucien Clergue, ob in seiner Serie »Tauromachie«, den lichtdurchdrungenen Landschaften der Camargue, seinen respektvoll-behutsamen Annäherungen an die Gitânes der Region oder den Porträtserien von Jean Cocteau und Pablo Picasso, mit denen ihn eine lebenslange, inspirierende Freundschaft verband.

Arles - Hommage à Lucien Clergue - ©HeikeRost.com

Fontaine de l’Obelisque, Arles – Hommage à Lucien Clergue – ©HeikeRost.com

Beeindruckend auch Lucien Clergues Aktfotos, seine Körperlandschaften im Spiel von Licht und Schatten. Insbesondere eine der späten Serien des Meisters, die 2007 entstandenen »Nus Zèbres« seien hier erwähnt; ihre konsequente Abstraktion macht menschliche Körper zu einer Komposition aus Linien und Formen, ist eine photographische Erforschung von Schönheit und Erotik. Die 1962/63 Architekturphotographien »Brasilia« bilden zu dieser Serie einen spannenden Kontrapunkt: Beide Arbeiten sind nicht nur Positionen und Pole des photographischen Schaffens und der Bandbreite Lucien Clergues. Gemeinsam ist ihnen die spielerische Leichtigkeit, die gestalterische Reduzierung, mit der Clergue den Betrachter verführt, den Schwingungen seiner Bilder zu folgen, in ihen gleichsam spazieren zu gehen und selbst zum Forscher und Entdecker zu werden.

Lucien Clergue, Photograph und Gründer der Rencontres d’Arles, ist im November 2014 gestorben.

Weiterführende Links:

Lucien Clergue – Biographie und Portfolio
Lucien Clergue – »Les Nus Zèbres«
Lucien Clergue – »Brasilia«