HeikeRost

Mary Ellen Mark …

[youtube]https://youtu.be/sDB3nhEw-qA[/youtube]
»Photograph the world as it is. Nothing’s more interesting than reality.«

Mary Ellen Mark – photojournalist, documentary photographer, humanist. Female pioneer in storytelling. Muse, inspiration and great teacher for so to many colleague friends. Incredibly powerful in her attitude, most influential in contemporary photography. Full of respect, compassion and love though – for the people in front of her camera, their lives and stories. Remarkably sensitive in connecting with people, in seeing and perceiving beyound seeing. Clairevoyant and visionary of photography in countless aspects.

… again, the light dims. But your inspirations lives within your work. Thank you.

Mary Ellen Mark, 23.3.1940 – 25.5.2015.

A collection of links:

Mary Ellen Mark’s Website
Lens Blog/NYT: »Mary Ellen Mark, Photographer and Force of Nature«
Lightbox TIME: »In Memoriam: Mary Ellen Mark«
The Guardian: »Mary Ellen Mark’s legendary photographs – in pictures«
TIME: »Mary Ellen Mark’s Most Memorable Photo Essay«
The Cut: »Mary Ellen Mark Was a Master of the Unexpected«
Jezebel: »My Favorite Photographer Mary Ellen Mark Has Died«
PDN Online: »Mary Ellen Mark, Pioneering Photojournalist, 75«
»Mary Ellen Mark: There is nothing more extraordinary than reality« (vimeo, via Leica Camera)

A Tribute to the King

R.I.P. B.B.King – and thank you for the music. Lucille will be lonesome without you.

Additional links:
»Come rain or come shine« – B.B.King and Eric Clapton, »Riding with the King«
A Tribute to B.B. King by Mojo Magazine

Photos: ©HeikeRost.com – All rights reserved.

Bilder einer Ausstellung …

Berlin - ©HeikeRost.com 12/2012 - All rights reserved.»Image and View« befasst sich gerne und ausführlich auch mit Ausstellungen, empfiehlt, rezensiert und schaut an. Immer interessant, vielschichtig und für manche Entdeckung gut: Fotografie erfreut sich riesiger Beliebtheit und Verbreitung, den Smartphones mit eingebauter Kamera sei Dank. Ausstellungen und Workshops haben regen Zulauf, die Besucherstatistik renommierter Galerien und Museen spricht für sich. Was für eine Chance, wertvolle Denkanstöße in Sachen »visuelle Kultur« zu geben! Dennoch sind manche dieser Projekte geeignet, dem versierten Besucher die Zornröte auf die Stirn zu treiben. Vor allem dann, wenn Konzepte dank zahlreicher Mängel in der Präsentation vor die Wand, um nicht zu sagen in die direkte Hölle des Kuratierens fahren.

Kürzlich in einer großen Werkschau: in merkwürdig diffuser, unsortierter Hängung werden Bilder einer Ikone der Fotografie gezeigt. Die bis auf den Namen des Künstlers völlig zusammenhanglos präsentierten Bilder in Rahmen und Schaukästen offenbaren dem unversierten Besucher nicht einmal auf den zweiten Blick tiefere Erkenntnisse über die Werke und den Fotografen. Auch dem fachkundigeren Besucher ist das nicht ohne Weiteres möglich; weitgehend Fehlanzeige in der kompletten Ausstellung sind Aufnahmedaten, Namen fotografierte Personen, Entstehung der einzelnen Fotos und Serien. Eine Mischung aus ärgerlicher Schludrigkeit in der Präsentation und einer kuratorischen Sichtweise, die bedenklich wenig auf die Vermittlung fotografischen, historischen oder inhaltlichen Wissens fokussiert ist. Schon dieser erste Stolperstein machte bemerkenswert wenig Lust auf eine weitere Auseinandersetzung mit der Ausstellung. Dennoch, weiter in der Betrachtung.

In einer Glasvitrine an der Wand wurden Negative, deren Kontaktbögen und Abzüge präsentiert. Gleich drei eklatante Fehlleistungen aus kuratorischer Sicht inbegriffen: Selbstverständlich kann und darf man auch schwächere Arbeiten einer Ikone der Fotografie zeigen. Selbst die Größten unter zeitgenössischen Fotografen hatten und haben nicht immer ein glückliches Händchen, weder in der Auswahl ihrer Bilder noch in deren Gestaltung oder Belichtung. Oft sind ikonisch gewordene Fotografien präzise Teamarbeit eines Fotograf und eines klugen Editors bzw. Bildredakteurs, der dem Lichtbildkünstler auf die Sprünge half, wenn er den Wald vor lauter Bäumen nicht (mehr) sah. Selbst Branchengiganten wie Robert Lebeck haben das gelegentlich erlebt. Solche erkennbar gestalterisch und handwerklich mangelhaften Werke gänzlich unkommentiert und ohne Einordnung in einen Werkkontext Ausstellungsbesuchern zu präsentieren, ist mangels Erkenntnisgewinn bestenfalls überflüssig, schlimmstenfalls eine respektlose, posthume Demontage eines Künstlers.

Auch der Umgang mit den Abzügen ließ zu wünschen übrig, das belegten die zu den Vorlagen passenden Fotos im Schaukasten. Wohl kein Fotograf käme überhaupt auf die Idee, seine Bilder »out of camera« zu vergrößern. Das ist ein Mythos aus dem Reich der Märchen und Legenden, an dem sich auch in digitalen Zeiten nichts geändert hat. Übrigens auch nicht durch die sträflich auf technische Aspekte verkürzte, unsägliche Debatte um den diesjährigen World Press Award, die in weiten Teilen ein Frontalangriff auf die individuelle Handschrift von Fotografen ist. Wer als Printer Negative ohne weitere Nachbearbeitung vergrößert, versteht weder sein Handwerk noch Bildidee oder gar den Fotografen selbst (der im übrigen dokumentierte, penible Aufzeichnungen hinsichtlich der Ausarbeitung seiner Bilder hinterlassen hat). Leider hat nicht jeder das Glück, außer mit einem kompetenten Fotoeditor auch mit einer Branchengröße wie z.B. Voja Mitrovic zu arbeiten. Viele der ikonischen Arbeiten von Koudelka, Cartier-Bresson, Salgado sind dem exzellenten Können dieses Fine Art Printers zu verdanken, der in enger Absprache mit dem jeweiligen Fotografen Bildern in der Dunkelkammer den letzten Schliff gibt. Voller Verständnis und tiefem Respekt für dessen Arbeit, seine fotografische Handschrift (und Seele), ohne die eine solche Zusammenarbeit zwar möglich wäre, aber mit einiger Sicherheit nicht zu überzeugenden, geschweige denn großartigen Ergebnissen führt.

Immerhin führten solche Schaukästen dann zu merkwürdigen Diskussionen, unter anderem darüber, ob der Fotograf die Kontaktabzüge seiner 6×6-Negative nachbelichtet habe. Ein gewisser Unterhaltungswert ist dieser grenzdämlichen Frage zwar nicht abzusprechen, sie hätte sich allerdings sinnvoll beantworten lassen: Durch einen Einblick in die penibel geführten Kladden des Fotografen, in denen er sowohl Lichtstände und Belichtungszeiten als auch Rezepturen für individuell angepasste Filmentwickler und Entwicklungszeiten notiert hat. Leider haben diese zum Verständnis nötigen Ausstellungsstücke gefehlt, ebenso wie entsprechende Hinweise auf die vorhandenen Aufzeichnungen. Ein didaktisches Manko, das sich quer durch die komplette Werkschau und insbesondere in der Präsentation einiger Farbprints fortgesetzt hat.

Diese Prints wurden entweder lieblos mit doppelseitigem Klebeband an die Wand geklatscht oder aufgezogen; leider wellte sich nach kürzester Zeit die Kaschierung, löste sich der Print von der Trägerplatte ab. Immerhin, unter den bunten Bildern weisen kleine Täfelchen darauf hin, dass es sich um »2014er Digital-Farbprints« handelt. Mehr gibt es nicht zu erfahren. Die Jahrgangsbezeichnungen von Vergrößerungen sind leider wenig aufschlussreich: Bei den präsentierten Werken handelt es sich um Abzüge von Negativen aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, deren Farbigkeit sich grundlegend von der digitalen Farbigkeit unserer Zeit unterscheidet. Vergebene didaktische Chancen eines kuratorischen Konzepts auch hier: Eine Gegenüberstellung von Vintageprints oder zumindest entsprechenden Reproduktionen zeitgenössischer Bildbände mit den modernen Prints hätte einen spannenden Einblick in die Veränderung von Farbwahrnehmung eröffnet. Noch weitergehender hätte das eine wertvolle Erläuterung sein können, dass die Überzeugungskraft vieler Bilder nicht allein auf ihrer Farbigkeit, sondern vor allem auch auf inhaltlichen, gestalterischen Qualitäten und handwerklichem Können eines Fotografen basiert.

Auf den Erwerb eines Ausstellungskatalogs habe ich dann dankend verzichtet, ebenso wie auf die Nennung von Ausstellungsort, Fotograf oder Titel der Ausstellung; die hier beschriebenen Mängel sind leider kein Einzelfall.

Weiterführende Links:
»Voja Mitrovic – Printer to the Greats« (Part I, The Online Photographer, by Peter Turnley)
»Voja Mitrovic – Printer to the Greats« (Part II, The Online Photographer, by Peter Turnley)

Neue Wege …

… im Netz: Alle zwei Wochen treffen sich Markus Walter, Stefan Ponitz, Andreas Pfeifer und ich, um in lockerer Runde über ausgewählte Themen des erfolgreichen Marketings im Netz zu plaudern. 90 Minuten Hörvergnügen aus aktuellen Nachrichten, einem Schwerpunktthema pro Folge und unseren praxiserprobten Techniktipps bieten fundiertes Wissen und Erfahrungsaustausch unter Profis – und stehen Ihnen und Euch als Podcast-Serie »MarketingMasterMinds« zur Verfügung. Die aktuellen Folgen sind ebenso mit einem Klick auf das Bild erreichbar als auch über die direkten Links.

MMM-Podcast-Visual

Bei »focus: e-commerce« – bitte einfach den QR-Code oben rechts im Bild scannen, alternativ hier klicken.
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Die Websites der Podcaster finden Sie hier:

Markus Walter Visuelle PR GmbH
Das Blog »Visuelle PR« von Markus Walter
»Die Heldenhelfer«: Andreas Pfeifer und seine Marketingberatung für Gastgeber
focus: e-commerce – das Unternehmen von Stefan Ponitz, Spezialist für Online-Marketing und e-Commerce
HeikeRost.com – Die Portfolio-Seite zum Blog »Image and View«

»Die Hölle, das sind die anderen«

430418_10150567517812797_371510741_nSeit dem Absturz der GermanWings-Maschine und den ersten Nachrichten laufen meine Telefonleitungen heiß. Es sind Bekannte und Freunde, die anrufen und schockiert sind über das, was sie in den Nachrichten sehen und lesen. Überwiegend sind das Menschen, die mit »den Medien« nur als Leser und Zuschauer zu tun haben, die ich manchmal »nur« virtuell kenne, aus Diskussionen in den Sozialen Netzwerken. Viele Kollegen aus unterschiedlichen journalistischen Bereichen, mich eingeschlossen, beziehen dort Position, stellen sich berechtigter Kritik, hören zu und führen Debatten, versuchen idealistische Kontrapunkte zu setzen, gegen alle Anwürfe, gegen Beschimpfungen und »Lügen-Presse«. Oft hadern wir mit den Bedingungen und Veränderungen unseres Berufs, den wir dennoch lieben; zweifeln an Berichterstattung, deren moralische Angemessenheit eine gänzlich andere sein kann als presserechtliche Korrektheit.

Es sind mittlerweile knapp 48 Stunden voller Fragen, begleitet von Links und gescannten Zeitungsausschnitten. »Du bist doch in diesem Presserat, was hältst Du davon?« Zunehmend gehen mir die Antworten aus. Stammelnde Moderatoren mit mechanischem Lächeln und leerem Blick, Spekulationen, merkwürdige Glossen und Kollegen, die sich in ihren Kommentaren als empathiefreie Wesen entpuppen, lassen meine Worte versiegen. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich die Website des Presserats genannt, das Beschwerdeverfahren erklärt habe. In die Geschäftsstelle des Presserats ergießt sich eine Flut von Beschwerden, die nicht abreißt. Manche Anrufer bitten darum, der als unerträglich empfundenen Berichterstattung endlich Einhalt zu gebieten. Auf Facebook, das normalerweise zu meinem Leben als Journalistin und Autorin gehört wie eine Art virtuelles Caféhaus, bin ich momentan bestenfalls als Mitleserin unterwegs, auf Twitter derzeit gar nicht mehr. Es gibt eindeutig ein Zuviel im Virtuellen. Zeit für Schweigen.

Befreundete Kollegen flüchten nach Redaktionsschluss in den Feierabend, suchen das Gespräch mit mir. In den stillen Pausen höre ich manchmal Tränen am anderen Ende der Telefonleitung. Gestandene Reporter erzählen von den Bildern, den Nachrichten und legen manchmal mittendrin auf, weil Reden nicht mehr geht. Schon zu normalen Zeiten sind es bis zu zehntausend Fotos, die über die Agenturen in die Redaktionen geliefert werden. An Tagen wie diesen gibt man das Zählen auf. Sortieren, bewerten und gewichten des Unfassbaren ist harte, anstrengende Arbeit, auf der Suche nach der angemessenen, »richtigen« Berichterstattung. Die Trennlinie zwischen notwendiger Information und boulevardesker, Grenzüberschreitung ist fließend und hauchdünn, die Reaktionen von Lesern und Zuschauern sind mittlerweile brachialer denn je.

Maßstab des Zerrbildes »Journaille« sind nicht diejenigen Kollegen, die zwischen Pressekodex und Haltung versuchen, ihrem Anspruch an die eigene Arbeit gerecht zu werden. Es ist immer die größte anzunehmende Entgleisung »der Medien«, die sich selbst in bislang als seriös geltende, sich so gerierende Tageszeitungen breitmacht. Die hasserfüllten Beschimpfungen bis hin zu Gewaltdrohungen sind der anderen Teil dessen, was alle Journalisten aushalten müssen, ungeachtet des »Wie« ihrer Arbeit. Die Bewältigung traumatischer Situationen gehört ebenso dazu wie das eigene, menschliche und moralische Scheitern. Darüber redet keiner; nicht diejenigen, die berechtigt kritisieren, auch nicht diejenigen, die selbst bei kleinen, durch Redaktionen angemessen korrigierten Fehlern die Verbalkeule »Lügen-Presse« schwingen. Schon gar nicht Journalisten selbst. Zwischen Controllern, Juristen, Zeitungssterben und kaputt gesparten Redaktionen einerseits, dem Ringen um Auflagen und Quote andererseits ist das Mitgefühl auf der Strecke geblieben: Vor allem der Berichterstattung, die aus der Kenntnis eigener Grenzen die Grenzen anderer respektiert – und innehält. Schweigt, wo es nichts zu sagen gibt außer unbestätigten Meldungen und Vermutungen.

»Wir sind seit langem nicht mehr füreinander da, in unserem Arbeitsalltag, als Kollegen.« Ein kluger Satz, bedrückend wahr, formuliert von einem Journalisten, den ich lange kenne und der überraschend zu einem Freund wurde. Ich habe mich in den letzten 48 Stunden seit dem Absturz der GermanWings-Maschine oft daran erinnert.

Seit 2002 gehöre ich dem Deutschen Presserat an, gewählt von meinen Kollegen des Deutschen Journalisten-Verbands. Angetreten bin ich mit viel Idealismus und Liebe zum Journalismus. Sich berechtigter Kritik zu stellen, den Dialog mit Lesern, Kollegen und Freunden zu führen, gehört dazu. Und auch wenn der Presserat vielen seiner Kritiker wahlweise als »zahnloser Tiger«, Elfenbeinturm oder »ewiggestrig« gilt, sollte der Pressekodex und das, was er beschreibt, wesentliche Grundlage journalistischen Alltags sein. Mir ist das wichtig genug, um dafür sechs ehrenamtliche Sitzungstage im Jahr und zusätzlich mindestens sechs ehrenamtliche Vorbereitungstage zu investieren, dafür knappe Freizeit zu nutzen. Oder auch in journalistischen Seminaren, in Workshops und Vorlesungen, auf Diskussionspodien und im persönlichen Gespräch über Werte zu diskutieren und den Versuch zu machen, das vor allem jungen Kollegen zu vermitteln.

An Tagen wie diesen bleibt ein persönliches Fazit, das nicht nur den letzten 48 Stunden geschuldet ist, sondern eine längere Vorgeschichte hat, ob 9/11, Winnenden, Breivik oder IS. Es ist ein überaus widerwärtiges und bedrückendes Gefühl, wenige Stunden nach manchen katastrophalen Ereignissen zu ahnen, was der Schwerpunkt der nächsten Presseratssitzung sein wird. Im Wissen, dass andere, weitaus schlimmere Dinge oft nur eine Fußnote der Debatte bleiben, obwohl auch sie eine ausführliche Erörterung verdient hätten. »Audiatur et altera pars«, beide Seiten sind zu hören, gilt für sämtliche Beschwerden, die beim Deutschen Presserats vorgebracht werden. Aber selbst nach langen Jahren im Presserat und der Beschäftigung mit Beschwerden aller Art finde ich es oft furchtbar, den Wortlaut mancher Schreiben aus Chefredaktionen und Verlagsjustiziariaten zu lesen.

An die moralische, emotionale Kälte, mit denen Verlage bisweilen für die Unbegründetheit von Beschwerden argumentieren, kann es nie eine Gewöhnung geben.

(Um beim Titel dieses Beitrags, den ich bei Jean-Paul Sartre entliehen habe, zu bleiben: Die Hölle sind nicht die anderen, sondern wir selbst. Es liegt an uns, dem etwas entgegenzusetzen und sinnvoll zu verändern.)

Weiterführende Links:

Die Website des Deutschen Presserats mit allen Informationen von Pressekodex bis Beschwerde und öffentlich zugängiger Recherchendatenbank.

Die deutschsprachige Seite des Dart Centre, die sich mit traumatischen Erfahrungen von Journalisten beschäftigt und Hilfe bei deren Bewältigung anbietet.

Keine Links hingegen zu negativen Beispielen der Berichterstattung. Es gibt keinen Grund für deren weitere Verbreitung.

Update – Netzstimmen zum Thema

»Gefühlter Journalismus« (Wolfgang Michal, 1.4.2015)
»4U9525 und Medien – Ein Einwurf aus dem Internet« (Christoph Kappes, 31.3.2015)
»Umgang der Medien mit Schülern und Angehörigen« (Mika Baumeister, 30.3.2015 – zur Einordnung: Mika Baumeister ist Schüler am Joseph-König-Gymnasium, Haltern am See)
»Der Journalismus existiert nicht mehr« (Hans Hoff, DWDL, 29.3.2015)
»Medien – Absturz – Ethik. Eine Kritik der Medienkritik.« (Alexander Filipovic, Netzwerk Medienethik, 27.3.2015)
»Die verlorene Ehre der schreibenden Zunft« (Meike Lobo, »Frau Meike sagt«, 27.3.2015)
»Witwenschütteln. Berichterstattung in Zeiten von BILD-Intelligenz« (Lilian Kura aka »Textzicke«, 27.3.2015)
»Appell an die Chefredaktionen: Witwenschütteln – Das wollt Ihr alle nicht erleben« (Sandra Schink, Facebook/öffentlich zugängig, 26.3.2015)
»Die Medien und der Absturz« (Bettina Schmieding, Deutschlandfunk, 26.3.2015)

Von Capoeira und Jogo Bonito: »Wo wir Weltmeister wurden«

schrader-8902Manche Bücher liegen eine ganze Weile auf meinem Schreibtisch: Sie sind wie Reisende, die lange unterwegs waren und erst einmal ankommen möchten, im Regal und in den Gedanken, später in den Worten eines Beitrags hier im Blog oder anderswo. Weil es Zeit braucht, um ihnen gelassen zuzuhören und Muße, um mit ihren Bildern und Geschichten auf eine Reise zu gehen, die weiter führt als nur zwischen zwei Buchdeckel und in die Seiten hinein. Eine Entdeckungsreise, die fesselt und fasziniert, die berührt und anrührt: Rüdiger Schraders Bildband »Wo wir Weltmeister wurden« ist ein solches Werk. Entstanden in den turbulenten Wochen der Fußball-WM 2014, zeichnet der Band ein vielschichtiges, überaus lebendiges Porträt eines Landes hinter den Kulissen der WM und jenseits des kurzlebigen Ballkünstler-Glamours.

Es sind Einblicke in brasilianisches Alltagsleben zwischen »Jogo Bonito« und Capoeira, inmitten von Favela-Tristesse mit Drogenhandel, Verfall und Armut, auf Bolzplätzen zwischen Hochhäusern, an Marktständen und auf Plätzen, Skizzen der Fußballverliebtheit in den Stadien, am Strand und in den Wasserbrachen der verregneten Spielplätze. In ihren Essays und Geschichten zeichnen Kollegen, Wegbegleiter und Freunde des Autors die Ereignisse rund um die Weltmeisterschaft nach; aus den Texten über persönliche Erlebnisse, aus Gedanken und Notizen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, entsteht ein kenntnisreiches und unterhaltsames Puzzle der nachdenklichen Blicke auf die Glitzerfassade des Fußballs, auf Fans, Fotografen und den Trubel der Weltmeisterschaft. Es hätte ein kurzlebiges, hochglanzbuntes Vergnügen werden können, dieses Buch, ein schnelllebiges Sammlerstück der WM-Geschichte, das man anfasst, durchblättert, zur Seite legt, vergisst – und vermutlich irgendwann einmal völlig überrascht im Regal wiederfindet.

Capoeira, Brasilien - ©Ruediger Schrader 2014. Alle Rechte vorbehalten.

Wären da nicht die ungewöhnlichen Bilder von Rüdiger Schrader. »Farbe im herkömmlichen Sinn hätte nicht funktioniert, selbst Schwarzweiß wäre Anmaßung gewesen.« sagt er – und hat mit diesem Bildband eine Zeitreise unternommen; zurück zur Fotografie, back to the roots im besten Sinne einerseits. Und andererseits in die Seele des südamerikanischen Landes und dessen dunkle Seiten. Es sind nicht nur brasilianische Momentaufnahmen jenseits touristischer Perspektiven, die den Reiz des Fotobandes ausmachen, es sind vor allem die in ihrer schlichten Zurückhaltung so berührenden Charakterstudien und Begegnungen, über die Rüdiger Schrader erzählt. Bilder wie das Porträt einer jungen Frau, die sechs Tagen und fünf Nächten mit einem kleinen Schiff auf dem Amazonas unterwegs ist, nach Tabatinga, einer entlegenen Stadt nahe der kolumbianischen Grenze. Vielleicht dauert ihre Reise noch länger, zum Spiel »ihrer« Fußballmannschaft, das hängt ganz von den Launen der Urwaldflüsse ab. »La Rainha do Futebol«, in dieser Verkleidung steht eine andere junge Frau vor dem Stadion und hofft, als Staffage der Fußballkönigin auf Touristenfotos ein bescheidenes Trinkgeld zu verdienen. Die Kinder der Favelas, die im Morgengrauen mit Stoffbällen und Fallrückziehern von einem ganz anderen Leben träumen, einem glanzvolleren, besseren Leben mit Fußball, der Leidenschaft für diesen Sport und einer hellen Zukunft. Detailversunken sind diese Bilder, hintergründig und doppelbödig laden sie dazu ein, in und mit ihnen spazierenzugehen. In düsterer Melancholie, mit präzisem Blick nähert sich Rüdiger Schrader dennoch voller Respekt dem Land und seiner Seele, macht seine Ansichten zu behutsamen Einsichten.

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»Bei ihm beten sie alle« erzählt Rüdiger Schrader im filmischen Kurzporträt seines Kollegen Dieter Roeseler über einen Augenblick der Stille zu Füßen von »Cristo Redentor« auf dem Corcovado. Es ist genau diese Art der leisen, sensiblen Betrachtung des leidenschaftlichen Fotografen Schrader (der sich ohne seine Kamera nackt fühlen würde) die »Wo wir Weltmeister wurden« zu einem zeitlosen Werk macht. Zu einem Buch der Geschichten, das man auch lange nach der Fußballweltmeisterschaft immer wieder aufblättert kann; das mit ganz eigener Stimme erzählt und seinen Betrachter immer neue Nuancen entdecken lässt, in diesem auch sperrigen Buch, das man ab und an aus der Hand legen muss, um tief Luft zu holen. Weil nicht alle Geschichten immer und jederzeit heiter sind, so wie die Perspektive durch Hochhausschluchten auf winzige Fußballspieler am Strand: Eine beklemmende Metapher des Blicks in die Abgründe des WM-Gastgeberlandes. Einsichten eröffnet dieser sehr persönliche Reisebericht auch in den Menschen Rüdiger Schrader. Die Begegnung mit dem wohl berühmtesten brasilianischen Fußballfan, der nach dem verlorenen Spiel seier Mannschaft die Attrappe des WM-Pokals unter Tränen einer jungen Deutschen reicht, gehört zu diesen berührenden Innensichten dazu: Auch wegen Fritzi, der jungen Frau – sie ist Rüdiger Schraders Tochter.

In seinen Kurzvideos porträtiert der Fotograf und Filmemacher Dieter Röseler Rüdiger Schrader: »Strandfußball in Brasilien«, »Der Finaltorschütze« und »Vaterstolz«

»Wo wir Weltmeister wurden«, November 2014/Kettler Verlag, ist für € 34,90 im Buchhandel erhältlich.

Weiterführende Links:
»Wo wir Weltmeister wurden« – Kettler-Verlag
Rüdiger Schrader im Netz.

Fotos: ©Rüdiger Schrader – Alle Rechte vorbehalten.

Was ist eigentlich … Erfolg?

©2013 HeikeRost.com - All rights reserved.

Wenn ein Mensch, den ich porträtiert habe, sein Bild sieht und staunt. Über sich selbst. Oder auch darüber, sich in meinen Fotos wiederzufinden. Oder sich neu entdeckt, sich das erste Mal schön findet. Manchmal sitzt da jemand, der herzlich und voller Freude lacht. Gelegentlich einer mit Tränen in den Augen. Oder jemand, der beharrlich schweigt und erst einmal zu einem Spaziergang flüchtet, des Abstands zu sich selbst wegen. Zu meinen Bildern, die nicht Repro, nicht Spiegelbild sind, sondern Einsichten, Innensichten, die ihre Wurzeln in Nähe und Vertrauen haben.

Wenn mir im Lieblings-Café (wo immer wieder Bildserien von mir hängen) eine ältere Dame erzählt, dass sie täglich vorbeikommt auf einen Kaffee und ein Stück Kuchen; mittlerweile einen Stammplatz unter einem meiner Bilder hat. Sie schaut es an, Tag für Tag. Und sagt: »Dieses Foto macht jeden Tag für mich besonders.«

Wenn jemand, der in der Gegend aufwuchs, in der einige meiner Landschaftsbilder entstanden sind, sagt: »Ich kenne dort jeden Stein. Aber so berührend habe ich diese Landschaft, die ich mein Leben lang kenne, noch nie gesehen.«

Wenn jemand eins meiner Bilder anschaut. Stumm davor steht, minutenlang. Durch den Raum geht, wieder zurückkehrt zu diesem einen Bild. Es ansieht, darin eintaucht und spazierengeht. Mich zum Abschied anlächelt, so als ob die Sonne in seinem Herzen und in seinem Kopf aufgegangen sei. Schweigend. Nicht weil es keine Worte gäbe, sondern weil sie überflüssig sind in diesem Moment.

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Wenn jemand ein Bild von mir kauft. Mir hinterher schreibt, dass es dieses eine sein musste und nur sein konnte.
Mir erzählt, dass er dafür gespart hat. Weil: »Dieses!« Und dass es jetzt in seiner Wohnung einen besonderen Platz hat, einen, auf den jeden Tag sein Blick fällt: Das Foto einer Straße in Paris ist Glücksbringer, Begleiter in den Tag – und für seinen glücklichen Besitzer tägliche Erinnerung, was ihm wichtig ist in seinem Leben.

Wenn Menschen, die ich einige Tage mit der Kamera begleiten durfte, mich zu einem abendlichen Treffen einladen. Die Kinder »aus schwierigem Umfeld«, die mit häuslicher Gewalt, Missbrauch und sozialem Absturz aufwachsen. Die einsamen kleinen Wölfe: Gemeinsam haben sie Pizza für mich gemacht. Lachende Gesichter und Wärme, wo sonst Leben auf der Straße ist, Leid und Aggression.

Wenn ich wie bei einer Reportage im Gefängnis Menschen treffe, an die ich mich erinnere, als seien die Begegnungen gestern gewesen. Mit denjenigen zu reden, die oft jahrelang auf ein paar wenigen Quadratmetern verbringen, über das Leben, ihr Überleben, auch das von Herz und Seele, das war oft anstrengend, immer aber sehr vielfältig und intensiv. Blaue Kleidung tragen die Menschen, der Knast versucht sie alle einförmig gleich zu machen. »Danke« murmelte einer dieser Menschen. Verdutzt habe ich gefragt, wofür. »Für Ihren Respekt, für das ‚Sie‘. Und für Ihre Freundlichkeit.« Er verabschiedet sich, umfasst mit beiden Händen meine Hand. Für einen Augenblick spüre ich seinen Herzschlag in diesen kraftvollen, eleganten Händen – die einem anderen Menschen den Tod gebracht haben.

Erfolg, das sind für mich all diese Erlebnisse, die mir Denkanstöße, Inspiration und Kraft schenken; die mich auch dann beflügeln, wenn glatte Wege manchmal unerwartet Haken schlagen und sich als holperige Piste herausstellen.

»…Wenn du in unverzeihlicher Minute
Sechzig Sekunden lang verzeihen kannst:
Dein ist die Welt – und alles was darin ist
Und was noch mehr ist – dann bist du ein Mensch!«*

* Zitiert aus Rudyard Kiplings Gedicht »Wenn«, hier von Dennis Hopper vorgetragen.

Nachtrag, gerade im Netz gefunden: »The best teachers teach from the heart – not from the book.«

Martin Blume: »Auschwitz heute«

»du hast angst vor der finsternis?
ich sage dir: wo der weg menschenleer ist,
brauchst du dich nicht zu fürchten.«

Nie ist es leer in Auschwitz, nicht, wenn Besucher auf den Spuren des Unaussprechlichen den Ort bevölkern. Nicht einmal in der Stille der Nacht oder im Winter, als der Fotograf Martin Blume die Gedenkstätte besuchte. Bewusst im Winter, bei klirrender Kälte: Das Zittern des Künstlers im Frost, zugleich Nachhall seiner Gedanken und Gefühle angesichts der Monströsität der Menschenvernichtung, findet sich in seinen überwiegend schwarzweißen Bildern wieder.

»ich habe keine angst.
meine angst ist in auschwitz geblieben
und in den lagern.«

Auf einer fünfjährigen Spurensuche, die den Künstler physisch und psychisch an seine Grenzen und darüber hinaus führte, entstand ein beeindruckendes, in seiner Stille umso berührenderes Projekt. Martin Blume nähert sich in seinen bewusst unscharfen, abstrahierenden Bildern – »Psychographien« nennt er sie, eine Synthese von Psychologie und Photographie – dem Unaussprechlichen des Vernichtungsortes an und bietet dem Betrachter zugleich die Freiheit, in der Abstraktion seine eigene innere Sprache zu finden und Geschichte zu fühlen.

»auschwitz ist mein mantel
bergen-belsen mein kleid
und ravensbrück mein unterhemd.«

[vimeo]https://vimeo.com/118283167[/vimeo]

»Bewahren und Verändern gehen Hand in Hand« sagt Martin Blume über seine Arbeit in Auschwitz. Die Auswahl von 20 der insgesamt 70 Fotografien des Projekts »Auschwitz heute«, die noch bis zum 6.4.2015 im Mainzer Landesmuseum gezeigt werden, ist dem Betrachter auf eindrückliche Weise nah.

Martin Blume ist am 10.3.2015 gestorben. Hier das filmische Porträt des Künstlers von Uwe H. Martin:

[vimeo]https://vimeo.com/118300684[/vimeo]

Weiterführende Links:
»Auschwitz heute«, 8.3. – 6.4.2015 im Landesmuseum Mainz. (Mehr Informationen zur Ausstellung auf der Website des Museums.)
»Auschwitz heute« (Englische Version der Dokumentation, ©Uwe H. Martin/Bombay Flying Club)
Martin Blume über sein Projekt Auschwitz (Englische Version des filmisches Porträts, ©BombayFlyingClub von Uwe H. Martin)
Martin Blume im Netz

Zur Ausstellung sind ein begleitender Katalog (bestellbar über die Bundeszentrale für Politische Bildung) sowie das Buch »Auschwitz heute« von Martin Blume mit Essays von Stéphanie Benzaquen, Christoph Kreutzmüller und Tomasz Kobylański im Verlag Hentrich & Hentrich erschienen.
Beide Publikationen sind auch im Shop des Landesmuseum erhältlich.

Martin Blumes Projekt »Verdun«, eine gemeinsame Arbeit mit Emmanuel Berry, wird vom 2.4. bis 2.8.2015 in der Villa Ludwigshöhe, Edenkoben, gezeigt. Mehr dazu auf seiner Website.

Das oben zitierte Gedicht »auschwitz ist mein mantel« stammt von der Dichterin Ceija Stojka, die drei Vernichtungslager der Nazis überlebt hat.

Bilder der Slideshow:
Bild 1 + 5: ©HeikeRost.com 8.3.2015 – Blick in die Ausstellung im Landesmuseum. Alle Rechte vorbehalten.
Bild 2 – 4: ©Martin Blume – »Erinnerung«, »Gaskammer Krematorium« und »Blick zum Aschesee« – Alle Rechte vorbehalten.

»klima kunst kultur« – Positionen zum Klimawandel

klimakunstkulturKlimawandel und Kultur? Klimawandel in der Kunst? Was auf den ersten Blick anachronistisch wirkt, entpuppt sich im Buch »Klima Kunst Kultur« des Steidl Verlags als überaus spannendes Projekt und Blick über den Tellerrand: Das von Menschen gemachte Phänomen wirkt sich nicht nur in Umweltveränderung und -zerstörung aus, sondern beeinflusst auch unsere Gesellschaft bis hin zu individuellen Lebensentwürfen zwischen Mobilität, Denkansätzen und Werten. Das schwer fassbare Thema beeinflusst auch Kultur und Kunst: Über die unterschiedliche Auseinandersetzung wird eher Abstraktes erfahrbar, sinnlich erfassbar und damit in seiner Bedeutung verständlich und vorstellbar.

Neben Essays und Interviews setzt »klima kunst kultur« auch auf Einblicke: Fotos lokaler Probleme – und die »story behind«, die Geschichte hinter den Bildern zeigen, wie verwundbar Menschen in ihrer ebenso verwundbaren individuellen Umgebung sind. Beeindruckend die Bildstrecke »Die Badenden« von Michael Tsegaye. Der bis in die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts größte See in Äthiopien schrumpft kontinuierlich. Tsegaye zeigt eine verschwindende Welt in seinen Bildern; vergnügt plantschende Kinder in bräunlich-lehmfarbenem Wasser, synonym für die Farben des Malers auf seiner Leinwand. Was bei uns hierzulande eher Irritiation auslöst – aus Gewöhnung an ganz andere, klarere Gewässer und die Assoziation des lehmigen Wassers mit Verschmutzung – konfrontiert den Betrachter der Serie mit der einzigen, wirklich wichtigen Frage: Wie lange noch wird das Wasser des Sees überhaupt noch existieren?

Spannend auch Erika Blumenfelds »The Polar Project«. Schnee und Eis, als weiße Unendlichkeit und Nichtfarbigkeit visuell besetzt, entwickeln in diesem fotografischen Projekt ein beeindruckendes Eigenleben aus Formen und vor allem Farbigkeit. »The Polar Project« ist eine gekonnte Übersetzung physiologischer Wahrnehmung von Licht und Strukturen. Ihre feinen Nuancen zeigen, dass Helligkeit und weiße Leere mitnichten leer sind – sondern ein komplexes Gebilde aus Facetten, Verwerfungen und Reflexionen. Über diese Detailperspektiven der Polarwekt, entstanden im Queen Maud Land der Antarktis, wird über die Auseinandersetzung mit Physik, Physiologie und Ästhetik sichtbar und verständlich, welchen Bedeutung das Verschwinden der polaren Eiswelt hat.

33 Autoren, 33 unterschiedliche Arten der Annäherung an eines der größten Probleme unserer Zeit: 33 spannende Gründe, dieses Buch zu lesen.

»klima kunst kultur«, herausgegeben von Johannes Ebert und Andrea Zell für das Goethe-Institut, ist 2014 im Steidl Verlag erschienen und für 32,– € erhältlich. Mehr Informationen zum Buch (inklusive Einblick in die Publikation) auf der Website des Steidl Verlags.

Urheberrecht, neue Folge

»Urheberrecht«, Folge 1:
Verleger und Journalist Enno Lenze, der gemeinsam mit Tobias Huch in Kurdistan unterwegs war und eine umstrittene Aktion des FDP-Politikers filmte (»Granatengrüße«), schreibt über die ungenehmigte Nutzung seines Videos auf zahlreichen Nachrichten-Sites: »Meine unlizenzierten Fotos in den Medien«.

Weiterlesen:
»Wann dürfen Medien ohne Erlaubnis Bilder für ihre Berichterstattung verwenden?“ (Ein Überblick über das Zitatrecht – von Christian Solmecke, Kanzlei Wilder Beuger Solmecke, Köln)

»Urheberrecht«, Folge 2:
Die Causa Böhmermann, nachzulesen u.a. beim Deutschradio Kultur und in zahlreichen Diskussionen. Zur Erinnerung: Der Fotograf Martin Langer hat die unlizensierte Verwendung eines seiner bekanntesten Bilder abmahnen lassen; entstanden 1992 am Rande der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, zeigt das Foto einen Mann in durchnässter Jogginghose, den Arm zum Hitlergruß erhoben. Jan Boehmermann, der das Bild vor längerer Zeit twitterte, löste mit einem Folgetweet eine weitere, lautstark geführte Debatte aus.

Weiterlesen:
»Jan Böhmermann – Hobbyjurist« (Sascha Rheker, Vorsitzender Freelens, zum merkwürdigen Rechtsverständnis und einigen Irrtümern über das Urheberrecht, 24.1.2015)
Die Debatte auf der Facebook-Seite von Jan Böhmermann – mit zum Teil mehr als unschönen »Argumenten«.
»Reden wir übers Urheberrecht« (Dirk von Gehlen, 24.1.2015)
»Abmahnung von Urheberrechtsverletzer Böhmermann – Wie könnte eine Lösung aussehen?« (Leonhard Dobusch, Netzpolitik.org, 24.1.2015)
»Kann ein Tweet gegen das Urheberrecht verstoßen?« (Deutschlandradio Kultur, 26.1.2015)
»Das ach so komplizierte deutsche Urheberrecht in vier einfachen Sätzen« (Stefan Groenveld, 26.1.2015)
»Fotograf des Hitlergruß-Bildes: ‚Das Verhalten von Jan Böhmermann ist rufschädigend‘« (meedia, 28.1.2015)
»Eine Geschichte zum Thema Urheberrecht im Internet« (Martin Langer auf Kwerfeldein, 28.1.2015)
»Böhmische Dörfer und das Urheberrecht« (Robert Basic zur Wiederholungsschleife einer älteren Debatte, 29.1.2015)
»Urheberrecht Royal« (Dirk von Gehlen, SZ, 30.1.2015)
»Das war nicht witzig, Herr Böhmermann!« (Sascha Steinhoff, heise, 30.1.2015)
»Noch ein paar Gedanken zu Böhmermann und dem Urheberrecht« (Thomas Stadler, Internetlaw, 31.1.2015)
»Rostock-Lichtenhagen-Foto: Die Häme trifft den Falschen« (Telemedicus, 1.2.2015)
»Man hat Recht« (DerFreitag, 4.2.2015)