Heike Rost

Rollen oder Werfen?

Immer wieder ein Lieblingsplatz: Die Stadtmauer von Saint-Malo, aus mächtigen grauen Steinen rund um Intra-Muros, die Altstadt. Die Boulespieler zwischen den klotzigen Steinwällen und dem Fähranleger, eine unglaubliche Ansammlung von Skurrilität auf zwei Beinen, erinnern an Uderzo und Goscinny: Das gallische Dorf lebt, genau hier und jetzt. Methusalix und seine Freunde debattieren knifflige Fragen wie „Rollen oder Werfen?“. In den Ritzen der Stadtmauer sind sorgfältig dicke Nägel festgeklemmt; daran hängend nicht nur Jacken und Mützen aller Formen und Farben, sondern auch ein Zählbrett für den Punktestand der Partie Boule Bretonne. „Nous“ auf der einen Seite, „Eux“ auf der anderen. „Wir“ und „Die“ zur klaren Unterscheidung zwischen eigener und gegnerischer Mannschaft. Durch die Zahnlücken der betagten Boulespieler gezischelte Gespräche verwehen im Wind. Einer kommt später dazu, auf einem klapprigen, verrosteten Fahrrad strampelt der ältere Herr über den Gehweg. Rechts am Lenker baumelt die Tüte einer Supermarktkette, Weinflasche und hervorlugendes Baguette, die Verpflegung für eine Partie Boule im Sonnenschein. Links am Lenker eine gestreifte Plastiktasche, zwei Ohren, flauschiges Fell und Knopfaugen: Der vierbeinige Begleiter kläfft munter vor sich hin.

„Rollen oder Werfen?“ ist und bleibt die grundlegende Frage des Tages. Wehe dem ortsunkundigen Besucher, der des Morgens die noch verlassenen Bahnen für eine Ründchen Kugelschubsen nutzen möchte: „Strictement reservé à la Boule Bretonne!“ verkündet ein sorgfältig handgemaltes, hölzernes Schild an jeder Bahn. Man muss sie einfach lieben in all ihrer Verschrobenheit, die bretonischen Boulespieler, es bleibt einem gar nichts anderes übrig. Insbesondere dann, wenn sich die freundliche ältere Dame mit der Wasserwellenfrisur zu den Herren verirrt. Sie, als einzige weibliche Beteiligte der Runde, genießt hohen Respekt der Herren. „Madame“, anders wird sie kaum angeredet.

Angesichts überaus fossiler Gestalten, die trotz mannigfacher Gehbehinderung, gebeugter Haltung und diverser Zipperlein immer noch unermüdlich die Kugeln durch die Gegend rollen und werfen, beschleicht einen der gleiche, leise Verdacht wie bei der Lektüre der Todesanzeigen in den hiesigen Tageszeitungen: Man wird bei dieser Lebensweise offenbar steinalt. Die Zahl derer, die jenseits der 80 Jahre „survenu“, „disparu“ oder profan „mort“ sind, ist beträchtlich. In der Minderheit sind ganz klar diejenigen, die unter 60 sterben; meist, so ist zumindest den Anzeigen zu entnehmen, als Folge von Zivilisationskrankheiten oder Unfällen im Straßenverkehr. Erstere vermutlich der Enthaltsamkeit in den Kategorien „Non-Fumeur“, Nichtraucher oder „Nichttrinker“ zuzuschreiben, letztere möglicherweise dem Genuß von Pastis und Calvados geschuldet. Sei’s drum, die paar Figuren zählen sowieso nicht. Aber vielleicht liegt die Sache mit dem beträchtlichen Lebensalter auch daran, dass die Bretonen zu den absonderlichsten Jahreszeiten und Witterungsbedingungen im Meer schwimmen. Jeden Morgen watet eine rüstige Dame jenseits der 60 bei einer geschätzten Außentemperatur von ungefähr 10 Grad und einer Wassertemperatur von rund 8 Grad unbeirrt und mit stoischer Gelassenheit ins Wasser, um eine halbe Stunde lang vor der Plage des Bas Sablons hin und her zu schwimmen. Dann steigt die Dame ebenso ungerührt wieder aus dem Meer und verschwindet in einem der Häuser an der Strandpromenade. Allein das Hinsehen beschert einem mehr oder weniger dezentes Frösteln und Bibbern. Vermutlich ist der Hausarzt der Dame mittlerweile einer tiefen Depression anheimgefallen, weil sie ein Immunsystem wie ein kanadischer Grizzly hat und geradezu ekelerregend gesund ist.

Tante Marie

Die Hände knotig und knorrig geworden von einem Leben in Arbeit, ein Gesicht voller feiner Fältchen und Falten, die Geschichten erzählen: Vom Lachen und Weinen, von Kummer und Heiterkeit. Von 96 Lebensjahren, die an einem Nachmittag ganz plötzlich und sanft endeten, als ihr Herz zu schlagen aufhörte, auf der Küchenbank im Haus ihrer Nichte. Tante Marie, die ich nie anders kannte als mit grauen Haaren, zu einem Knoten im Nacken zusammengezwirbelt. Mit verrunzelter Haut, zierlich, fast winzig – und doch soviel Kraft in ihrem Lachen, ihren kleinen Händen, die immer und Zeit ihres Lebens kräftig zugepackt haben. Beim Schwager, dessen Haushalt sie bis zu seinem Tod führte. Bei der Weinlese, der Feldarbeit und der Obsternte, die sie erst aufgab, als sie mit Mitte 80 beim Zwetschgenpflücken von der Leiter stürzte und sich böse das Knie verrenkte. Nie war sie erkältet, wohl dank des heißen Weins, den sie bei Minusgraden aus dicken Tonbechern im Wingert an frierende Weinleser ausschenkte. „Fräulein Marie, bitte! Ich war nie verheiratet!“ schalt sie einen Aushilfs-Postboten, der es gewagt hatte, sie mit „Frau Marie“ anzusprechen; knallte ihm resolut die Tür vor der Nase zu, wuselte wieselflink die steile Stiege im alten Fachwerkhaus hinauf, die alle anderen außer ihr nur mit höchster Vorsicht erklommen haben. Mit kindlichem Ungestüm bin ich des öfteren diese Treppe hinabgekugelt, irgendwann gab ich es auf, die Beulen und blauen Flecken zu zählen. Und spüre immer noch ihre liebevolle Umarmung, schmecke auf der Zunge heißen Kakao und frischen Apfelkuchen, mit denen sie mich tröstete und meine Kindertränen getrocknet hat.

Voller Heiterkeit ist die Erinnerung an Tante Marie: Wegen ihres herzlichen Lachens, das ihre Augen fast in den Knitterfältchen verschwinden ließ. Wegen der gemütlichen, warmen Küche mit dem gesprenkelten Steinboden, in der immer der Duft nach frischgebackenem Hefekuchen in der Luft hing, nach Zichorienkaffee und Kernseife. Wegen des kleinen, von der Nachmittagssonne beschienenen Küchengartens hinter dem Haus: Heimat von Ringelblumen und Kräutern, von Stangenbohnen, Erdbeeren und süßen Erbsen, deren Schoten ich als Kind aus den Ranken stibitzte. Wegen ihrer Geschichten, die sie erzählt hat; augenzwinkernde Anekdoten und Erlebnisse aus dem rheinhessischen Dorf, das sie Zeit ihres Lebens nicht verlassen hat. Selten sprach Tante Marie von traurigen Erlebnissen. Vielleicht sind mir deswegen zwei ihrer Geschichten so lebendig im Gedächtnis geblieben: Die eine ein Moment aus dem Leben eines ihrer Brüder, verheiratet mit einer Jüdin, die er lange Zeit versteckte, mit Wissen des halben Dorfes, das hartnäckig schwieg. So lange, bis ein Dorfbewohner sie verriet. Gerade noch rechtzeitig kehrte ihr Bruder damals in sein Gehöft zurück – und holte mit einer Schrotflinte im Anschlag seine Frau vom LKW der Gestapo herunter. Die andere die Geschichte ihrer Schwester, die über Jahre hinweg allmählich ihren Verstand verlor. Nur ganz selten sprach Tante Marie über diese Momente in ihrem Leben. Es waren zugleich die raren Augenblicke, in denen ich das winzige Persönchen mit der eisernen Disziplin und der aberwitzigen Energie traurig, scheu und zerbrechlich erlebte. Das Aufblitzen von Kummer und Schmerz währte allerdings nie lange. Mit einem Stofftaschentuch aus den Tiefen ihrer Schürze wischte sie sich kurz über die Augen, schneuzte sich energisch: „Ich muss jetzt was schaffen!“ und eilte mit schnellen Schritten zurück an die Arbeit.

Nachtrag: Übrigens habe ich fast zwei Jahre gebraucht, um Tante Marie von der Idee eines Portraitfotos zu überzeugen… 😉

Champion Jack Dupree

Auch dieses Bild stammt aus der Serie von Champion Jack Dupree, die an einem Winterabend in Hannover entstanden ist. Und ich staune, wo mein Bild überall auftaucht. Ohne Genehmigung, ohne Honorar, ohne Urhebernennung*. Ein Beispiel dafür findet sich bei einem Klick aufs Bild. Photographiert mit Leica M6 auf Agfapan Schwarzweiß-Film. ©Heike Rost.

*(… ein Fall für meinen mitlesenden Anwalt?)

Champion Jack Dupree

Ein Lieblingsfoto und Erinnerung an eine großartige Begegnung: In einem trist-grauen Betonklotz in Hannover. Ein Treppenhaus mit solidem DDR-Charme, eine Mischung aus Bohnerwachs, Putzmitteln und Essensgeruch hängt in der Luft. Irgendwo ziemlich hoch oben öffnet sich knarrend eine Tür. Blues. Zigarrenrauch. Little America mit kleinen bunten Lämpchen mitten in Hannover, Boxhandschuhe an der Wand, bunte, selbst gemalte Bilder. Ein leicht verstimmtes Klavier, eine rauhe Stimme, einen Stumpen der Marke „Deutsche Jagd“ im Mundwinkel:  Champion Jack Dupree.

Ein Klick aufs Bild führt zu dem Stück, das er damals, ungefähr ein Jahr vor seinem Tod, für mich spielte.

Blogparade „Kundennutzen“

Via Twitter rief PR-Doktor Kerstin Hoffmann vergangenes Jahr zur Blogparade unter dem Stichwort „Kundennutzen“ auf. Das spannende Gemeinschaftsprojekt startet heute als kostenloses eBook, passend zum Start in ein spannendes, neues Geschäftsjahr: 39 Beiträge von Kommunikationsfachleuten, Trainern und Unternehmern, darunter einige bekannte Blogger, liefern interessante Einblicke und Aspekte.  Danke an Kerstin Hoffmann für eine klasse Idee, die belegt, dass Teamwork und Netzwerken via Web 2.0 bestens funktionieren.

Die Lektüre zum Jahresbeginn ist zum Download (PDF, ca. 1 MB) verfügbar: Klick genügt.

Übrigens: Die Autoren freuen sich über Feedback zu diesem Projekt – gerne direkt, jeder Beitrag ist mit einem Link zum Verfasser versehen, oder auch via Kerstin Hoffmanns Blog oder hier. Viel Spaß beim Lesen!

Fünf Gründe …

… einen professionellen Photographen zu beauftragen – ein Beitrag zur Blogparade von Kerstin Hoffmann (siehe unten):

1. Photographie bedeutet Kommunikation und Dialog zwischen Menschen. Über visuelle Elemente wird mehr Information transportiert, als auf den ersten Blick ersichtlich wird: Ideen, Visionen, Persönlichkeit, Corporate Identity – alles, was den Charakter eines Unternehmens sichtbar macht. Professionelle Photographen beschäftigen sich mit weitaus mehr als ihrer Kamera und deren Funktionen. Grundlegend sind nicht nur Kenntnisse in Wahrnehmungs- und Kunstpsychologie (z.B. der Aspekt Wirkung von Bildern und Farben), sondern auch in Körpersprache (Portraits jenseits der aufgesetzten Pose), darüber hinaus Wissen aus Typographie, Gestaltung, Farbmanagement und Drucktechnik. Nur wer als Photograph Produktionsprozesse kennt und mögliche Schwierigkeiten im Vorfeld einschätzen kann, trägt effizient zur  reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Kunde, Agentur, Grafiker und Druckerei bei.

2. In der Unternehmenskommunikation gern eingesetzte Bilder „von der Stange“ sind nicht nur anonyme Massenware, sondern stehen auch in keinerlei tieferem Bezug zum Unternehmen. Nicht zu den Menschen, die eine Firma prägen und formen, nicht zur Corporate Identity. Ihnen fehlt daher die Überzeugungskraft, die individuelle, gemeinsam mit dem Photographen erarbeitete Bildwelten im Idealfall haben. Darüber hinaus ist das Argument der Kostenersparnis nicht sonderlich tragfähig: Werbliche Verwendung wird pro Einzelnutzung abgerechnet, das summiert sich schnell zu einem Betrag, für den man auch einen Photographen seines Vertrauens buchen und mit ihm faire vertragliche Regelungen zur Nutzung des zu liefernden Bildmaterials vereinbaren kann. Das schafft übrigens für beide Seiten Kostentransparenz und Rechtssicherheit.

3. Überzeugende Photographie im Dienst des Kunden ist Vertrauenssache: In die technischen Fähigkeiten des Photographen ebenso wie in sein spartenübergreifendes Wissen. Respektvoller Umgang mit Menschen, Empathie, sein Blick „aus der Perspektive des Kunden“, seine Höflichkeit im Auftreten, Diskretion und Arbeitserfahrung ermöglichen dem Photographen erst, individuelle Bildwelten zu schaffen, in denen der Kunde sich, sein Unternehmen und seine Ideen wiederfindet. Dazu gehört übrigens auch strikte Vertraulichkeit: Beispielsweise über sicherheitsrelevante Details eines Unternehmens (Werksspionage!) oder auch hinsichtlich der Privatsphäre eines Kunden, den man in seiner persönlichen Umgebung portraitiert.

4. Exzellenter Service ist selbstverständlich: Ob druckfertige Aufbereitung von Bilddaten, Lieferung vom Download-Service bis zum Doppelsatz Datenträger je nach technischen Kenntnissen und Möglichkeiten des Kunden, gut gelauntes Troubleshooting auch in kniffeligen Fällen, Erreichbarkeit des Photographen für Kunden, Agentur, Druckerei nicht nur im Problemfall, sondern auch bei zusätzlichen Wünschen – frei nach dem Motto „Probleme gibt es nicht, nur Lösungen!“ Dazu gehört das Einhalten vereinbarter Termine und Produktions-Deadlines, im Krankheitsfall die Möglichkeit einer kompetenten Vertretung sowie eine längerfristige, zuverlässige Datenarchivierung beim Photographen, die im Fall beschädigter, versehentlich gelöschter oder schlicht verschwundener Datenträger dem Auftraggeber jederzeit die Sicherheit bietet, auch mit zeitlichem Abstand noch auf das gelieferte Bildmaterial zurückgreifen zu können.

5. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen im Umgang miteinander sollten ebenso selbstverständlich sein. Professionelle Photographen wissen aus umfassender Arbeitserfahrung, wieviel Zeit sie benötigen: Zur Organisation und Umsetzung einer Produktion ebenso wie zur Nachbereitung des kompletten Projekts. Last but not least – überzeugende Photographie ist kein Produkt von Zeitdruck und Hektik, sie entsteht nicht zwischen Tür und Angel. Sie ist Resultat präziser Vorgespräche und Vorbereitung, Ergebnis von Teamarbeit – mit der dafür nötigen Zeit, aber ohne Zeitverschwendung.

Weil Photographie weit mehr ist, als nur auf den Auslöser zu drücken, weit mehr auch als der immer wieder gern geäußerte Satz „Die Kameras von heute machen so tolle Bilder!“. Noch Fragen? Bitte keine Scheu, ich antworte gerne.

PR-Doktor Kerstin Hoffmann, die kürzlich zur Blogparade mit dem Titel „Kundennutzen“ aufrief, war Anstoß für diesen Beitrag, der mir schon länger durch den Kopf kreiselte und in den Fingern lag. Nicht zuletzt deswegen, weil mancher Kunde – auch im Kollegenkreis – zur irrigen Annahme neigt, erheblich Kosten reduzieren zu können: Durch zunächst billig eingekauftes Stockmaterial oder kreative Mitarbeiter, die „mal eben ein paar Bilder machen“. Das eine wie das andere führte in den meisten Fällen statt zum erwünschten Spareffekt direkt ins Gegenteil: Erhebliche Mehrausgaben für Mehrfachverwendungen, Mehrausgaben auch für schlicht in den Sand gesetzte Fotos und Druckerzeugnisse, erneute Buchung von Photographen, aus leidvoller Erfahrung zurückgekehrte Kunden inbegriffen. Unterm Strich also ein guter Grund, über den Kundennutzen professioneller Arbeit zu schreiben und einige Fakten jenseits der Photographie aufzuzählen, die für eine erfolgreiche Tätigkeit existenziell sind, Dienstleistungen „Preis wert“ machen – nicht zu verwechseln mit billig! – und über die sich so mancher Auftraggeber selten bis nie Gedanken macht. (Höre ich den zahlreichen Feedbacks von Kunden zu, beschäftigt sich übrigens auch so mancher Photograph selten bis nie mit den kleinen, großen Dingen jenseits des reinen Abbildens, die den Mehrwert sprich Kundennutzen seiner Arbeit ausmachen.)

L’Image Partagée

Bildagenturen in Konkurrenz zu Microstockagenturen und Photoplattformen diverser Anbieter von Flickr bis Picasa, die Insolvenz der renommierten Agentur Gamma, Honorare im freien Fall, die bildjournalistische Praxis spricht eine deutliche Sprache: Die Verfügbarkeit von Bildern, Photos oder Videos durch die technischen Möglichkeiten des Internet hat unseren Bezug, unsere Einschätzung von Bildern auf tiefgreifende Art verändert. Die quasi „kontrollierten Verbreitung“ der Bilder ist zu einem Automatismus des Überflusses und der ständigen Verfügbarkeit mutiert. Damit eng verbunden ist eine Veränderung der (auch ökonomischen) Wertschätzung und Bedeutung von visuellen Elementen; dabei wird das Denkmodell der Konkurrenz zwischen „alten“ und „neuen“ Medien der Entwicklung neuer Gewohnheiten der Interaktion zwischen Anbieter/Plattform und Nutzer/Leser nur in Teilen gerecht. Im immer wieder spannenden Blog von André Gunthert, „Actualités de la Recherche en histoire visuelle“, ist ein interessanter Videobeitrag veröffentlicht, der sich der Neubewertung des Bildes als „teilbares Gut“ widmet.

A Matter of Ethics

While having a look to my favourite blogs on photography and photojournalism, I found a rather interesting discussion on the Lens Blog ((New York Times). Associated Press recently sent one of their staffers as an embedded photographer to Afghanistan, where Julie Jacobson took a real disturbing photo of a young marine struck by a rocket-propelled grenade during a Taliban ambush of his squad. Short time after being injured, he died. In eight years of war a photo like this has not been seen in the US media. AP decided to publish the photograph some time later – after intense intramural debate on the question of publishing or not.

So far for now the question has arisen, whether the public is better served being confronted with the gruesome reality of war or whether respect for the family should have been the reason to trump journalistic concern. The blog contains until today more than 600 comments on the topic. No matter if professional or not, the ongoing public dialogue on ethics in journalism is one of the most interesting pieces of journalism I read for a long time. (Maybe even more interesting, because print media normally don’t offer the place to discuss things at length and as profound as read in the blog. Chances of journalism, here they are again, really alive, in touch with the public and really impressing dialogue.) Nothing to add at this point but the links:

The story of and the discussion about the photo and the question of publishing on Lens Blog.
A reflecting comment, published by The Digital Journalist.
Journal entries of AP Photographer Julie Jacobson, embedded with U.S. Marines in Afghanistan on The Digital Journalist