Allgemein

Edition HeikeRost.com 2016 – Baltic Sea

Spaziergänge am Meer, im Herbst, an den Rändern des Tages: Weiches, wunderbares Licht. Dramatische Lichtstimmungen. Stille, schöne Momente unterwegs. Einige dieser Bilder habe ich via Facebook und Instagram veröffentlicht – und war überraschend von den zahlreichen Reaktionen. Von simplen Like-Klicks bis zu berührenden, persönlichen Mails haben sich viele Betrachter der Bilder bei mir gemeldet. Und nachgefragt, ob man die Bilder kaufen kann.

Weil schöne Prints glücklich machen, sind ab sofort einige Motive der Winterreise an die Ostsee in der Edition HeikeRost.com erhältlich. Mit einer kleinen Besonderheit: Erstmalig gibt es ein Motiv einer Serie in zwei Varianten, sowohl in Schwarzweiß als auch in Farbe. Alle Bilder sind in drei Größen erhältlich. Mehr Informationen zu Formaten, Preisen, Bestellung und Versand finden Sie auf der Infoseite der Edition HeikeRost.com.

Selbstverständlich gibt es auch die Möglichkeit, ein Lieblingsmotiv als großformatiges Bild im Wunschformat sowie auf verschiedenen Materialien von Alu-Dibond bis Acryl zu kaufen. Anfragen dazu erreichen mich am besten via printsale2016[ät]heikerost.com.

Urheberrecht, neue Folge

»Urheberrecht«, Folge 1:
Verleger und Journalist Enno Lenze, der gemeinsam mit Tobias Huch in Kurdistan unterwegs war und eine umstrittene Aktion des FDP-Politikers filmte (»Granatengrüße«), schreibt über die ungenehmigte Nutzung seines Videos auf zahlreichen Nachrichten-Sites: »Meine unlizenzierten Fotos in den Medien«.

Weiterlesen:
»Wann dürfen Medien ohne Erlaubnis Bilder für ihre Berichterstattung verwenden?“ (Ein Überblick über das Zitatrecht – von Christian Solmecke, Kanzlei Wilder Beuger Solmecke, Köln)

»Urheberrecht«, Folge 2:
Die Causa Böhmermann, nachzulesen u.a. beim Deutschradio Kultur und in zahlreichen Diskussionen. Zur Erinnerung: Der Fotograf Martin Langer hat die unlizensierte Verwendung eines seiner bekanntesten Bilder abmahnen lassen; entstanden 1992 am Rande der Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen, zeigt das Foto einen Mann in durchnässter Jogginghose, den Arm zum Hitlergruß erhoben. Jan Boehmermann, der das Bild vor längerer Zeit twitterte, löste mit einem Folgetweet eine weitere, lautstark geführte Debatte aus.

Weiterlesen:
»Jan Böhmermann – Hobbyjurist« (Sascha Rheker, Vorsitzender Freelens, zum merkwürdigen Rechtsverständnis und einigen Irrtümern über das Urheberrecht, 24.1.2015)
Die Debatte auf der Facebook-Seite von Jan Böhmermann – mit zum Teil mehr als unschönen »Argumenten«.
»Reden wir übers Urheberrecht« (Dirk von Gehlen, 24.1.2015)
»Abmahnung von Urheberrechtsverletzer Böhmermann – Wie könnte eine Lösung aussehen?« (Leonhard Dobusch, Netzpolitik.org, 24.1.2015)
»Kann ein Tweet gegen das Urheberrecht verstoßen?« (Deutschlandradio Kultur, 26.1.2015)
»Das ach so komplizierte deutsche Urheberrecht in vier einfachen Sätzen« (Stefan Groenveld, 26.1.2015)
»Fotograf des Hitlergruß-Bildes: ‚Das Verhalten von Jan Böhmermann ist rufschädigend‘« (meedia, 28.1.2015)
»Eine Geschichte zum Thema Urheberrecht im Internet« (Martin Langer auf Kwerfeldein, 28.1.2015)
»Böhmische Dörfer und das Urheberrecht« (Robert Basic zur Wiederholungsschleife einer älteren Debatte, 29.1.2015)
»Urheberrecht Royal« (Dirk von Gehlen, SZ, 30.1.2015)
»Das war nicht witzig, Herr Böhmermann!« (Sascha Steinhoff, heise, 30.1.2015)
»Noch ein paar Gedanken zu Böhmermann und dem Urheberrecht« (Thomas Stadler, Internetlaw, 31.1.2015)
»Rostock-Lichtenhagen-Foto: Die Häme trifft den Falschen« (Telemedicus, 1.2.2015)
»Man hat Recht« (DerFreitag, 4.2.2015)

Happy New Year!

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Some photos belong to my favorites, for they are connected to books and writers, that always had a special meaning for me since I read them first. Among them is Mark Twain, who wrote the most encouraging words I know:

»Twenty years from now you will be more disappointed by the things that you didn’t do than by the ones you did do. So throw off the bowlines. Sail away from the safe harbor. Catch the trade winds in your sails. Explore. Dream. Discover.«

For years, these words are part of my growing pocketbook collection. I always had a serious crush on writing; making notes of all the stories I literally spoken stumble upon while traveling, being on the road, working. 2014 has been a year of challenges, of serious reflection and changes – in terms of photography, work and personal aspects.

Time to leave 2014 behind: With gratitude for so many encounters and conversations with the kind and interesting people I met. With happiness about so many shared inspirations, thoughts, insights. I feel very blessed, for these are the important aspects of life for me.

I look ahead and forward to 2015 – it will be a most interesting year between photography, writing, bilingual workshops, teaching and lectures. Stay tuned, there will be much to discover and explore!

Here’s wishing you all a splendid, sparkling, dazzling, healthy, happy and wealthy 2015.

©HeikeRost.com 09/2013 – All rights reserved

»Ribambelle« and the power of intuition

»Rimbambelle« ©HeikeRost.com 25.5.2014 – All rights reserved.

On a weekend trip to the South of Rhineland-Palatinate, I walked the streets of Wissembourg, a little city in France. Involved in a nice conversation with a colleague friend from San Francisco who visited Germany for a couple of days, the name of the shop caught my attention. The more, as I saw the old lady at the window above, looking at the street, with an impression of sadness and loneliness.

As I’m not a native speaker, although fluent in French, I didn’t know the meaning of »Ribambelle«. But the sound of the word evoked some associations of childrens‘ rhymes and poems, of a playful attitude of games, laughter and childhood times, of a garden filled with flowers and fruits freshly plucked from the bushes and trees, fruits like mirabelles. A colorful vision and memory of my own childhood. Coming back to the lady at the window, I noticed her expression of loneliness and sadness again. Had a distant and in the same moment closer look to her face, saw the signs of age and illness.

A thousand reason to make this photo, framed in a frame in many ways, a combination of a distant whisper of childhood memories and aging. A story within the story of the image, between a certain melancholy of thoughts and the cheerfulness of a sunny Sunday afternoon with a friend. Later, after our return back home, I had a look at the dictionary to find out what »Ribambelle« could mean. The English equivalent is »ring-a-ring-a-rose«, also known as a part of a childrens‘ carol or game.

Listening to intuition is one of the strongest, fundamental aspects of photography.

»… and yes I said yes I will YES.«

©HeikeRost.com 25.05.2015, Wissembourg, Alsace/France

Während eines Wochenendausflugs ins südliche Rheinland-Pfalz flanierte ich durch die Gassen der Altstadt von Wissembourg. Vertieft in ein unterhaltsames Gespräch mit einem befreundeten Kollegen aus San Francisco, der für einige Tage in Deutschland unterwegs ist, fiel mir der Schriftzug »Ribambelle« über einem Geschäft auf. Umso mehr, als dass ich im gleichen Moment die alte Dame am Fenster darüber sah; sie beobachtete die belebte Straße, mit einem Ausdruck von Einsamkeit und Traurigkeit.

Wiewohl ich Französisch spreche, bin ich mit der Sprache nicht so vertraut, dass mir der Begriff »Ribambelle« geläufig war. Der Klang des Wortes an sich erinnerte mich allerdings an Kinderspiele und Abzählreime, an kleine Gedichte und Lieder, spielerischer Umgang mit Sprache, der zugleich an Kinderlachen und frisch von Bäumen und Sträuchern gepflücktes Obst erinnerte – wie Mirabellen beispielsweise. Eine fröhliche, bunte Erinnerung an die eigene Kindheit; und zugleich ein merkwürdiger Kontrast zu dieser einsamen, traurigen alten Dame an ihrem Fensterplatz. Von weitem bin ich ihr dennoch sehr nahe gekommen, nah genug, um die Spuren von Alter und Krankheit in ihrem Gesicht zu bemerken.

Tausend kleine Gründe, dieses Bild zu machen, ein Bild im Bild, eine Kombination aus dem leisen Gewisper der Kindererinnerungen und des Alterns. Eine Geschichte in der Geschichte, auch das, zwischen gedankenvoller Melancholie und der Heiterkeit eines sonnigen Sonntagnachmittags mit einem Freund. Viel später, nach unserer Rückkehr aus Wissembourg, schlug ich das Wort »Ribambelle« im Dictionnaire nach. Zu meiner Überraschung stimmten die Assoziationen des Sprachklangs mit den inneren Bildern und der Bedeutung des Worts überein: Ein Abzählreim, bekannt aus Kinderliedern, wie Ringel-Ringel-Rose, Synonym für das altmodische Wort Ringelreihen.

Auf die eigene Intuition zu hören, ist einer der grundlegendsten Aspekte von Photographie.

»… and yes I said yes I will YES.«

Zwei Tage in Syrisch – Kurdistan, November 2013

Dieser Gastbeitrag eines Kollegen bleibt auf ausdrücklichen Wunsch des Verfassers ohne Nennung seines Namens. Danke für Deinen Bericht!

»Am Anfang war die Kontaktaufnahme zu den Leuten, die mir eine Person vermitteln sollten, die mich über die Grenze nach Syrien bringt. Nach einigem Hin und Her stand der Termin fest, ein älterer Mann sollte mich gegen 22 Uhr an einem verabredeten Ort abholen. Natürlich war niemand zur verabredeten Zeit vor Ort. Anderthalb Stunden später standen zwei Jugendliche vor mir: Meine ganz persönlichen Menschenschmuggler. Leider erwiesen sich die Verhandlungen über den Preis als durchaus schwierig, da vorher kein Festpreis ausgemacht wurde. Die beiden Jungs sprachen aber offensichtlich nur Kurdisch und Türkisch; da ich auf jeden Fall nach Syrien wollte, blieb mir nichts anderes übrig, als die verlangten 200 Euro zu zahlen.

Wir fuhren mit einem Auto nah an die türkisch-syrische Grenze, dann stiegen einer der Jungs und ich aus. Ich nahm mein Gepäck, er seine Schmuggelware, der Wagen fuhr davon. Und los ging es über einen abgemähten Acker in Richtung Grenze. Mein Gepäck bestand aus einem grossen Rucksack und einer Reisetasche. Freundlicher Weise übernahm der junge Mann die Reisetasche und ich musste nur noch meinen Rucksack und seine Schmuggelware tragen. Immer noch genug, wenn man rund eine Stunde über den Acker latschen muss. Grenzzaun und Wachttürme in Sichtweite, hieß es gebückt laufen, na der ist gut: mit 20kg Rucksack gebückt laufen… ha ha selten so gelacht.
Zum Glück gab es ein paar Fahrrinnen und Absenkungen, aber die Dunkelheit in den Absenkungen wurde mir zum Verhängnis, denn so konnte ich fast nichts mehr sehen. Schon gar nicht, dass dort vereinzelt Stacheldraht gespannt war, zack, schon flog ich der Länge nach hin und die 20kg meines Rucksackes krachten auf meinem Rücken. Im ersten Moment dachte ich, das war’s.Irgendwas kaputt, aus und vorbei. Mein Begleiter half mir auf und ich stellte fest: Nichts passiert ausser ein paar Kratzern, ziemlich erschrocken haben wir uns beide.

Dann weiter zum Zaun. Hinlegen, die Order, plötzlich nicht mehr statische Scheinwerfer, nein bewegliche und das heißt: Da sitzt wirklich jemand, der uns finden will. Abwarten. Dann plötzlich auf und losrennen zum Zaun… haha… rennen. Am ersten Zaun mein erstes Entsetzen, der Zaun noch relativ gut intakt, nur ca. ein Meter hoher Stacheldraht. Das war noch leicht. Einige Meter weiter der zweite – ein richtiger Zaun mit 2,5 Meter hohem Stacheldraht, aber zum Glück schon ein Loch drin. Also durch und schon das nächste Malheur, der Zaun und meine Hose haben sich an mehreren Stellen ineinander verhakt. Zum Glück reisst meine Hose entzwei, einige Risse, Triangeln und ein paar Hautkratzer und dann war auch die Hürde genommen. Mit zerfetzter Hose ging es in eine Absenke zwischen Zaun und Bahnschienendamm, mein Begleiter checkte kurz die Lage und rannte schon mal über den Damm.

Parisian Souvenirs: »Madame et Madame«

"Madame et Madame" - ©HeikeRost.com, Paris 1989 - All rights reserved.In the early years of my profession as a photojournalist and photographer, I spent lots of time with strolling, watching life in the neighborhood at Paris. »Madame et Madame« is a street scene somewhere at La Bastille quarter. Different worlds meet in a single moment.

I always enjoyed those „concierges“ at Paris: Today they seem to be a dying breed. But talking and listening to them has been a special pleasure for me. Some of them were a kind of „Cerberus“, others charming and full of warm-hearted humor and wisdom. A few among the concierges are rather rude. But all of them have something in common: They were (and still are) a „living memory“ of the neighborhood.

A couple of days ago, another photograph inspired me to have a look at my archive: »Two Mesdames« by David Turnley. Although a completely different scene, my memories were stunningly similar. I love those photographic coincidences  and juxtapositions … and in some ways I remember Paris as a very female city.

Auf ein Wort: In eigener Sache

„Wenn alles so bleiben soll, wie es ist, muss sich alles verändern.“ schrieb Giuseppe Tommaso di Lampedusa. Zeit für Veränderungen, neue Ideen und Konzepte auch hier im Blog. Der neue Name „Image and View“ umschreibt in seiner Doppelbedeutung die künftige thematische Ausrichtung dieser Plattform: Sie wird sich mit Bildern aus Photographie und Bildjournalismus beschäftigen, mit Bildsprache und -wirkung. Die Auseinandersetzung mit Aspekten der Ästhetik, Ethik und Psychologie gehört dazu. 

And now for something completely different …

Wishing you health, happiness and prosperity for 2013 – have a wonderful New Year’s Eve, wherever you might be!

Alle guten Wünsche für Gesundheit, Glück und Erfolg 2013 – habt einen wunderbaren Silvesterabend, wo immer Ihr auch sein mögt!

 

Urheberdialog im Überblick

Urheberrecht und kein Ende: In einer überwiegend lautstark geführten Debatte haben sich zunehmend Künstler und Autoren zu Wort gemeldet, die meisten politischen Parteien eigene Positionspapiere zum Thema veröffentlicht. Nach viel Kritik an ihren Positionen hat die Piratenpartei im Juni das Gespräch mit Urhebern gesucht; eine Zusammenstellung von Links (weiterführende Informationen zum Teil in den verlinkten Beiträgen!) anbei – wie immer ohne Anspruch auf Vollständigkeit.