Allgemein

Liebe Paula Almquist…

… manches liegt ein wenig länger in der Ablage. Mit ein paar Tagen Abstand und erneuter Lektüre: Ihr Beitrag ist so überflüssig wie ärgerlich. Und nervt. Vor allem, weil er Single-Frauen generell als nicht überlebensfähige, hirn- und hilflose berechnende Wesen abqualifiziert. Doppelt ärgerlich allerdings, dass ausgerechnet das Süddeutsche Magazin sich nicht entblödet, diese merkwürdige und ziemlich überholte Ansammlung aller Vorurteile aus der reaktionären Mottenkiste zu verbreiten.

Konstruktiver Rat unter Kolleginnen: Überdenken Sie die Wahl Ihrer Freundinnen. Üben Sie gelegentlich die höfliche Benutzung des Wortes „nein“. Und schauen Sie sich im realen Leben um. Dort gibt es genügend Single-Frauen, die weder Junggesellen jagender Partyschreck sind noch für Ehedramen qua „Ehemann-Ausleihe“ sorgen. Sie sind durchaus in der Lage, für sich selbst zu sorgen oder mit Schlagbohrer, Stichsäge, Starthilfekabel und widerspenstigen Computern umzugehen. Sie halten Prosecco für eine überschätzte Sprudelbrause, besitzen wohlsortierte Werkzeugkisten, lieben Baumärkte, schrauben ihre Möbel selbst zusammen und können verstopfte Wasserabflüsse reparieren. Ohne Sorge um Fingernägel und Frisur, ohne Unfälle – und falls die handwerklichen Erfordernisse eigenes Können übersteigen, bezahlen die Damen kurzerhand einen Profi.

Untragbar: Klavier schleppen, heimwerken, Computerprobleme lösen – nichts leihen sich Singlefrauen so gerne aus wie die Ehemänner ihrer Freundinnen. Ehrlich gesagt: Das nervt.“ Paula Almquist im Süddeutsche Magazin, Ausgabe 03/2012

Widersprüche: Gaddafi, Bin Laden – und Wagner

Aus dem von mir geschätzten Bildblog, 24.10.2011: „…wenn in „Bild“ mal die Stimme der Vernunft spricht, dann tut sie es meist aus der Kolumne von Franz Josef Wagner.“ Wagner schreibt zum Tod Gaddafis und der Debatte um die Bilder seiner Leiche: „…In unserer Welt zieht man den Reißverschluss des Leichensacks zu. Wer immer auch tot ist, hat seine Würde.“

Bemerkenswert, dass vor dieser vorgeblich humanistischen Meinung von Franz Josef Wagner auch ganz andere Töne von ihm zu lesen waren. Zur Erinnerung – es ging ebenfalls um eine Leiche, im Mai 2011, genauer gesagt um die Fotos der Leiche von Osama Bin Laden. Herr Wagner schrieb damals voller Entrüstung in seiner Kolumne: „Ich denke, man sollte den toten Bin Laden der Welt zeigen. Sein zerschossenes Gesicht gehört zu den Bildern von 9/11.“ Und in einem anderen Beitrag: „Osama bin Laden ist tot. Amerika feiert. Drei Jubel-Feiern hätte ich in meinem Leben gerne erlebt. Hitler erschossen, Stalin erschossen, Gaddafi erschossen.“

Wie war das doch gleich mit der Menschenwürde? Das nennt man dann wohl wahre Positionsflexibilität.

Stichwort Staatstrojaner – Linkliste

(Lesenswerter Links, in unregelmäßigen Abständen aktualisiert, kein Anspruch auf Vollständigkeit 😉 ..)

Blogparade „Kundennutzen“

Via Twitter rief PR-Doktor Kerstin Hoffmann vergangenes Jahr zur Blogparade unter dem Stichwort „Kundennutzen“ auf. Das spannende Gemeinschaftsprojekt startet heute als kostenloses eBook, passend zum Start in ein spannendes, neues Geschäftsjahr: 39 Beiträge von Kommunikationsfachleuten, Trainern und Unternehmern, darunter einige bekannte Blogger, liefern interessante Einblicke und Aspekte.  Danke an Kerstin Hoffmann für eine klasse Idee, die belegt, dass Teamwork und Netzwerken via Web 2.0 bestens funktionieren.

Die Lektüre zum Jahresbeginn ist zum Download (PDF, ca. 1 MB) verfügbar: Klick genügt.

Übrigens: Die Autoren freuen sich über Feedback zu diesem Projekt – gerne direkt, jeder Beitrag ist mit einem Link zum Verfasser versehen, oder auch via Kerstin Hoffmanns Blog oder hier. Viel Spaß beim Lesen!

Fünf Gründe …

… einen professionellen Photographen zu beauftragen – ein Beitrag zur Blogparade von Kerstin Hoffmann (siehe unten):

1. Photographie bedeutet Kommunikation und Dialog zwischen Menschen. Über visuelle Elemente wird mehr Information transportiert, als auf den ersten Blick ersichtlich wird: Ideen, Visionen, Persönlichkeit, Corporate Identity – alles, was den Charakter eines Unternehmens sichtbar macht. Professionelle Photographen beschäftigen sich mit weitaus mehr als ihrer Kamera und deren Funktionen. Grundlegend sind nicht nur Kenntnisse in Wahrnehmungs- und Kunstpsychologie (z.B. der Aspekt Wirkung von Bildern und Farben), sondern auch in Körpersprache (Portraits jenseits der aufgesetzten Pose), darüber hinaus Wissen aus Typographie, Gestaltung, Farbmanagement und Drucktechnik. Nur wer als Photograph Produktionsprozesse kennt und mögliche Schwierigkeiten im Vorfeld einschätzen kann, trägt effizient zur  reibungslosen Zusammenarbeit zwischen Kunde, Agentur, Grafiker und Druckerei bei.

2. In der Unternehmenskommunikation gern eingesetzte Bilder „von der Stange“ sind nicht nur anonyme Massenware, sondern stehen auch in keinerlei tieferem Bezug zum Unternehmen. Nicht zu den Menschen, die eine Firma prägen und formen, nicht zur Corporate Identity. Ihnen fehlt daher die Überzeugungskraft, die individuelle, gemeinsam mit dem Photographen erarbeitete Bildwelten im Idealfall haben. Darüber hinaus ist das Argument der Kostenersparnis nicht sonderlich tragfähig: Werbliche Verwendung wird pro Einzelnutzung abgerechnet, das summiert sich schnell zu einem Betrag, für den man auch einen Photographen seines Vertrauens buchen und mit ihm faire vertragliche Regelungen zur Nutzung des zu liefernden Bildmaterials vereinbaren kann. Das schafft übrigens für beide Seiten Kostentransparenz und Rechtssicherheit.

3. Überzeugende Photographie im Dienst des Kunden ist Vertrauenssache: In die technischen Fähigkeiten des Photographen ebenso wie in sein spartenübergreifendes Wissen. Respektvoller Umgang mit Menschen, Empathie, sein Blick „aus der Perspektive des Kunden“, seine Höflichkeit im Auftreten, Diskretion und Arbeitserfahrung ermöglichen dem Photographen erst, individuelle Bildwelten zu schaffen, in denen der Kunde sich, sein Unternehmen und seine Ideen wiederfindet. Dazu gehört übrigens auch strikte Vertraulichkeit: Beispielsweise über sicherheitsrelevante Details eines Unternehmens (Werksspionage!) oder auch hinsichtlich der Privatsphäre eines Kunden, den man in seiner persönlichen Umgebung portraitiert.

4. Exzellenter Service ist selbstverständlich: Ob druckfertige Aufbereitung von Bilddaten, Lieferung vom Download-Service bis zum Doppelsatz Datenträger je nach technischen Kenntnissen und Möglichkeiten des Kunden, gut gelauntes Troubleshooting auch in kniffeligen Fällen, Erreichbarkeit des Photographen für Kunden, Agentur, Druckerei nicht nur im Problemfall, sondern auch bei zusätzlichen Wünschen – frei nach dem Motto „Probleme gibt es nicht, nur Lösungen!“ Dazu gehört das Einhalten vereinbarter Termine und Produktions-Deadlines, im Krankheitsfall die Möglichkeit einer kompetenten Vertretung sowie eine längerfristige, zuverlässige Datenarchivierung beim Photographen, die im Fall beschädigter, versehentlich gelöschter oder schlicht verschwundener Datenträger dem Auftraggeber jederzeit die Sicherheit bietet, auch mit zeitlichem Abstand noch auf das gelieferte Bildmaterial zurückgreifen zu können.

5. Gegenseitiger Respekt und Vertrauen im Umgang miteinander sollten ebenso selbstverständlich sein. Professionelle Photographen wissen aus umfassender Arbeitserfahrung, wieviel Zeit sie benötigen: Zur Organisation und Umsetzung einer Produktion ebenso wie zur Nachbereitung des kompletten Projekts. Last but not least – überzeugende Photographie ist kein Produkt von Zeitdruck und Hektik, sie entsteht nicht zwischen Tür und Angel. Sie ist Resultat präziser Vorgespräche und Vorbereitung, Ergebnis von Teamarbeit – mit der dafür nötigen Zeit, aber ohne Zeitverschwendung.

Weil Photographie weit mehr ist, als nur auf den Auslöser zu drücken, weit mehr auch als der immer wieder gern geäußerte Satz „Die Kameras von heute machen so tolle Bilder!“. Noch Fragen? Bitte keine Scheu, ich antworte gerne.

PR-Doktor Kerstin Hoffmann, die kürzlich zur Blogparade mit dem Titel „Kundennutzen“ aufrief, war Anstoß für diesen Beitrag, der mir schon länger durch den Kopf kreiselte und in den Fingern lag. Nicht zuletzt deswegen, weil mancher Kunde – auch im Kollegenkreis – zur irrigen Annahme neigt, erheblich Kosten reduzieren zu können: Durch zunächst billig eingekauftes Stockmaterial oder kreative Mitarbeiter, die „mal eben ein paar Bilder machen“. Das eine wie das andere führte in den meisten Fällen statt zum erwünschten Spareffekt direkt ins Gegenteil: Erhebliche Mehrausgaben für Mehrfachverwendungen, Mehrausgaben auch für schlicht in den Sand gesetzte Fotos und Druckerzeugnisse, erneute Buchung von Photographen, aus leidvoller Erfahrung zurückgekehrte Kunden inbegriffen. Unterm Strich also ein guter Grund, über den Kundennutzen professioneller Arbeit zu schreiben und einige Fakten jenseits der Photographie aufzuzählen, die für eine erfolgreiche Tätigkeit existenziell sind, Dienstleistungen „Preis wert“ machen – nicht zu verwechseln mit billig! – und über die sich so mancher Auftraggeber selten bis nie Gedanken macht. (Höre ich den zahlreichen Feedbacks von Kunden zu, beschäftigt sich übrigens auch so mancher Photograph selten bis nie mit den kleinen, großen Dingen jenseits des reinen Abbildens, die den Mehrwert sprich Kundennutzen seiner Arbeit ausmachen.)