Portrait

Menschen im Porträt – People in portrait

Begegnungen im Spiegel

Although I live for 25 years with a camera in my hands with focus on portraiture, I absolutely don’t like to be photographed – except a few self portraits I took during the years. But I’m sure that the knowledge about being uncomfortable in front of a camera is the key to intense photographs of others. This is a self I took today at home between books, thoughts and writing.

©HeikeRost.com, 27.12.2012 – All rights reserved.

Begegnungen: Christoph Ransmayr

As much as I love music, I’m addicted to books and literature. A pleasure some years ago to meet german author Christoph Ransmayr. His keen and striking look at me still fascinates me: Expression and reflection of his works, which belong to my favorites.

Mindestens so sehr, wie ich Musik genieße, liebe ich Bücher und Literatur. Es war ein Vergnügen für mich, vor einigen Jahren den deutschen Schriftsteller Christoph Ransmayr zu treffen. Sein eindringlicher, konzentrierter Blick fasziniert mich heute so wie damals in den wenigen Minuten unserer Begegnung: Die stille Eindringlichkeit spiegelt sich für mich in seinen Werken, die zu meinen Lieblingsbüchern gehören.

©HeikeRost.com 1998 – All rights reserved.

Begegnungen: Sol Gabetta (02)

Those rare moments with musicians during their rehearsals always mean something special and very precious to me: Sharing the music, no matter if in playing or capturing, discovering the vibrations of an artist within her or his work . Both, silence and conversations, are very interesting and full of intimate insights – a wonderful aspect of my work as a photographer.

Sol Gabetta’s portrait reminds me of her marvelous interpretation of Camille Saint-Saëns‘ „Concerto for Cello No. 1 a-minor, op 33“. And as classical music due to my pianist grandmother always is a pleasure for me – and close to the idea of Christmas – I’d like to share Sol Gabetta with you today.
Wishing you a wonderful festive season with your dear ones!

Sol Gabetta in concert (Video, 23 Min.)

Begegnungen: Martha Argerich (02)

Eine der spannendsten Künstlerinnen und Musikerinnen, die ich getroffen habe: Martha Argerich. Nach einem vergeblichen Anlauf im Vorjahr gestattete mir die Pianistin, bei einer Konzertprobe zu photographieren. „Jetzt brauche ich unbedingt eine Zigarette!“ sagte sie zum Schluss und holte tief Luft. „Begleiten Sie mich?“
Im Park direkt neben dem Wiesbadener Kurhaus haben wir eine phantastische Zeit verbracht: Witze erzählt, kichernd wie Teenager – und über Musik, unsere Lieblingskomponisten und das Leben geplaudert. Die Erinnerung an meine Großmutter gehörte zu diesem Moment: Als ausgebildete Sängerin und Pianistin gab sie mir nicht nur Klavierunterricht, sondern schenkte mir auch viele Aufnahmen von Martha Argerich. Die schwarzen Vinylscheiben besitze ich heute noch… und die Liebe zur klassischen Musik war eine der Brücken zwischen einer eigenwilligen, charismatischen Künstlerin Martha Argerich und mir.

Besuch aus China

Berlin Mitte, im japanischen Restaurant. Zwei Leica-Aficionados beim Plaudern, die leisen Schätzchen treffen sich auf dem Tisch. Am Nachbartisch: Erstaunte Blicke einer chinesisch-mexikanisch-Urberliner Runde, dann ein spontaner Besuch des chinesischen Gastes – eine analoge Porst Kamera in Nikon-Optik. Manche Momente sind wirklich unbezahlbar….

Begegnungen: Joseph Anthony Passalaqua

Eins meiner Lieblingsportraits aus dem Archiv: Joseph Anthony Passalaqua, den ich 1993 nach einem Konzert traf. Wir saßen eine ganze Weile zusammen in seiner Garderobe, in ein unterhaltsames Gespräch verwickelt: Über Musik und Inspirationen, mit einem Glas Champagner und einer kubanischen Zigarre, die er mir anbot. Damals begann mein Faible für Zigarren – während dieses legendären Abends mit dem amerikanischen Jazzgitarristen Joe Pass. Nur wenige Monate später starb er; aber ich erinnere mich an sein leises Lächeln und das verschmitzte Zwinkern um seine Augen.

Für die Ohren: „The Shadow of Your Smile“ von Joe Pass.

One of my favorite portraits from the archive: Joseph Anthony Passalaqua, whom I met 1993 after a concert. Sitting backstage, talking about music and inspirations with a glass of champagne and a fine Cuban cigar he offered to me: My addiction to cigars began during this legendary evening with the famous american Jazz guitarist Joe Pass. And I remember, literally spoken, the shadow of his smile – as he passed away a few month later.

Something to listen to: „The Shadow of Your Smile“ by Joe Pass

©HeikeRost.com 1993 – All rights reserved.

Photographischer Spieltrieb …

Manchmal erwischt einen ja durchaus ein gewisser Spieltrieb: Ein Selbstporträt, das genau genommen ein Feininger-Zitat ist und so oder ähnlich immer wieder entsteht. In Wetzlar hatte ich viel Vergnügen mit dem „Kaleidoskop“ in der Fußgängerzone; die großen Spiegel, versetzt in kleinem Kreis aufgestellt, sind ein begehbares Kunstwerk. Es lädt dazu ein, sich mit Perspektiven zu beschäftigen – zumindest für einen Moment – und ist kleine Reminiszenz an die photographische Geschichte der Stadt, an Leica und das M-System, das seit Jahren zu meiner Lieblingsausrüstung gehört. Inmitten der Reflexe und Spiegelungen Nachdenken über photographische Wege und Abzweigungen, über den eigenen Werdegang, dessen Wurzeln der Lette Verein Berlin und die Liebe zur mindestens „unbunten“, meistens schwarzweißen Photographie sind. Die Leica M gehört dazu.

Sucherkameras wie die M-Serie sind eine Herausforderung, an das handwerkliche Können eines Photographen ebenso wie an dessen Kreativität. Natürlich arbeite ich im Alltag oft mit DSLR-Kameras; alles im Blickfeld, ob Bildwinkel, optische Verdichtung durch lange Brennweiten oder Schärfeverteilung. Neben dem „WYSIWIG“-Modus, der zu einer gewissen Bequemlichkeit verführt, habe ich allerdings immer die Schlichtheit meiner M6 geliebt. Und genieße sie in letzter Zeit wieder zunehmend. Seit einiger Zeit bin ich mit dem digitalen M-System unterwegs, reduziert auf die Notwendigkeiten photographischer Arbeit, ohne Autofokus, nur mit Belichtungsmessung und wahlweise Zeitautomatik oder manuellen Einstellungen. Mehr braucht es nicht, das ist es, was ich mit „anders“ meine: Kein Hightechgedöns, statt dessen zwingt einen soviel Reduzierung konsequent zum Denken. Zum Fokus auf die eigenen Wahrnehmungen und Beobachtungen, aus denen Ideen und Gedanken über das Bild selbst werden, über Belichtung und Komposition. Der konzentrierte Blick auf Menschen und Situationen, auf den ich mich in der Tat anders einlasse: Jedes einzelne Bild ist Nachdenken, Reflexion, ist Veränderung von Perspektive. Kein „Maschinengewehr“ in der Hand mit 10 Bildern pro Sekunde, aber ein handliches Arbeitsgerät für die wesentlichen Momente.

Gründe für ein „Zurück zu den Wurzeln“ gibt’s für mich viele. Das überaus diskrete Geräusch, ein leiser Klick, das war’s. Nichts ist das im Vergleich zum störenden Krach einer DSLR. Die smarte Größe von Kamerataschen: Statt sperriger Kameras und entsprechender Objektive ein paar ausgewählte Festbrennweiten, allesamt klein und handlich wie das Gehäuse. Natürlich sind Spiegelreflexkameras und Zubehör nützlich, wenn man auf Autofokus, entsprechende Geschwindigkeit der Arbeit und schnelle Übermittlung von Bildern angewiesen ist – beispielsweise in der tagesaktuellen Berichterstattung. Unbelastet im physischen Sinne als Photograph unterwegs zu sein, sorgt allerdings auch für Unbeschwertheit der Sichtweise. Erfreulicherweise gibt es viele Spielarten von Bildjournalismus und Journalismus, bei denen Geschwindigkeit nicht alles ist – sondern Tiefe, Aussagekraft und Einsichten, Annäherung, Behutsamkeit und Respekt. Meine Arbeitsschwerpunkte sind seit Jahren Portraits und Reportagen in unterschiedlichem Kontext. In vielen Situationen bevorzuge ich Kameras, die mich nicht auf den ersten Blick als „Profi“ identifizieren. Kameras, die nicht alle Welt um mich herum zum Innehalten und Abtauchen oder sogar zu aggressiver Abwehr bringen, sondern es mir ermöglichen, respektvoll zu beobachten.