Notizen von unterwegs: »Monte Kali«

web_20140830_KaliFulda-7029-2
Oft bin ich staunend über die Fremdkörper in der Landschaft durch Hessen und Thüringen gefahren; die grauen Berge, die im Sonnenlicht weiß schimmern, erinnern an Mondlandschaften in ihrer kahlen Schroffheit. »Irgendwann hinfahren«, eine Notiz im Kalender, der Gedanke an »irgendwann ein paar Bilder machen« meist verschoben zugunsten anderer, wichtigerer Dinge, einige Male haderte ich vor Ort mit dem eher profanen Licht der Rhön, das nicht einmal ansatzweise meinen Gedanken über »Monte Kali« (so nennen die Einheimischen den Berg) gerecht wurde.

Und dann eine samstägliche Reportage für einen Kunden in der Gegend; nach getaner Arbeit ist draußen plötzlich ein aberwitziges Licht zwischen dunklen, fast schwarzen Wolken. Sonnenflecken huschen über die Landschaft und lassen sie mitsamt der Halde unwirklich leuchten. Die Suche nach einem passenden Standort ist eine Kombination aus GPS und unglaublichem Glück; an einer Baustelle leiht mir ein hilfsbereiter, fotoverrückter Handwerker seine Leiter, um aufs Flachdach des Rohbaus zu klettern. Freie Sicht auf »Monte Kali« und seine atemberaubend düstere Schönheit, die zugleich etwas Bedrohliches hat. Keine fünfzehn Minuten dauert das grandiose Schauspiel, dann löst sich die schwarze Wolkenwand in weiße Schäfchenwolken auf, die Landschaft ist wieder harmlos sonnig.

Photo: ©HeikeRost.com 30.8.2014 – All rights reserved.

  1 comment for “Notizen von unterwegs: »Monte Kali«

  1. 1. September 2014 at 07:59

    Wunderbar, Heike. Wie eigentlich immer.

Comments are closed.