Robert Lebeck, 1929 – 2014

20140615_Lebeck_HeikeRostcom Das berühmte Bild der trauernden Kennedy-Frauen, die letzten Porträts der unvergessenen Romy Schneider, die kurz vor ihrem Tod entstanden, die Rückkehr von Ayatollah Khomeini in den Irak – immer war Robert Lebeck mit seiner Kamera den Menschen ganz nahe, eröffnete uns einen Blick hinter die Fassade offizieller Gesichter. Einfühlsam, mit tiefem Respekt für sein Gegenüber, in stiller Behutsamkeit auf der Suche nach Menschen. So eindringlich waren Lebecks Fotografien in ihrer Annäherung an Situationen und Persönlichkeiten, dass man sie nicht einmal zeigen muss, um die Bilder vor dem inneren Auge zu »sehen«.

Meilensteine des Bildjournalismus,von Robert Lebeck oft erspürt, bevor sie stattfanden, bisweilen auch mit einem Augenzwinkern auf die großen Momente der Geschichte: Beim Besuch des belgischen Königs Baudouin in Léopoldville 1960 wurde dem Monarchen der Säbel gestohlen. Ein Bild, das zum politischen Symbol wurde für »Afrika im Jahre Null« – und in unserem Gedächtnis blieb wie so viele der Fotos, die Robert Lebeck gemacht hat. Sie haben nicht nur über lange Jahre das Erscheinungsbild großer Magazine wie »STERN« geprägt, sondern auch unsere Sichtweise vieler prominenter Persönlichkeiten. Sein Charme und seine Herzenswärme machten »Bob« Lebeck, wie ihn Freunde und Weggefährten nannten, zu einem bemerkenswerten Menschen, dem selbst schwierige Zeitgenossen wie Herbert von Karajan oder Maria Callas ihr Vertrauen schenkten.

Lebecks liebenswertes Wesen und persönliche Haltung spiegeln sich in seinen Bildern, die verdeutlichen: ohne enge Beziehung zwischen Menschen, ohne präzisen Blick auf Situationen, ohne Einfühlungsvermögen gibt es keine überzeugenden Fotografien. Sie entstehen, so formulierte das Edward Steichen, auf beiden Seiten der Kamera.

Robert Lebeck, Träger des Dr.-Erich-Salomon-Preises der Deutschen Gesellschaft für Photographie, ist am 14.6.2014 in Berlin gestorben.

Robert Lebecks Website
Robert Lebeck im Interview mit dem ZEIT Magazin (2011)